Waffenlieferungen aus Deutschland

HILDE MATTHEIS
MITGLIED DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES
Erklärung vom 1.September 2014

Persönliche Erklärung zur Abstimmung über den Entschließungsantrag 18/103:
„Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge im Irak und Kampf gegen die Terrororganisation IS“
Waffenlieferungen in Krisengebiete bedeuten eine Abkehr von unserer bisherigen
SPD- Außenpolitik. Die Risiken und Folgen sind nicht abschätzbar. Es ist daher zu
begrüßen, dass eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages zu dieser wichtigen
Frage einberufen wurde, um den Parlamentarierinnen und Parlamentariern die
Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zu äußern und eine gesellschaftliche Debatte
anzustoßen.
Die Entscheidung der Bundesregierung militärische Rüstungsgüter an die Kurden im
Irak zu liefern, ist niemanden leicht gefallen. Eine Positionierung in dieser Frage ist
auch für jede Abgeordnete und jeden Abgeordneten eine schwierige Abwägungsfrage,
die in Anerkennung vor den Argumenten der jeweils anderen Meinung geschehen
muss. Die Bundesregierung hat die Folgen und Risiken abgewogen und ist zu der
Entscheidung gekommen, dass die militärische Unterstützung der kurdischen
Kämpferinnen und Kämpfer mit Panzerabwehrraketen, Panzerfäusten,
Sturmgewehren und Handgranaten notwendig sei, um die Bevölkerung im Nordirak
vor der ISIS zu beschützen, auch wenn diese Entscheidung hohe Risiken birgt. Diese
Entscheidung wird aber nicht nur im konkreten Fall Konsequenzen haben. Auch bei
zukünftigen Konflikten wird es dazu kommen, dass Staaten oder einzelne Gruppen
nach Waffenlieferungen verlangen werden. Die Bundesregierung schafft somit einen
Präzedenzfall, dessen Folgen weit über den aktuellen Konflikt im Irak hinausreichen.
Ich persönlich möchte in der Abwägung dem eingeschlagenen Weg nicht folgen.
Darüber hinaus sehe ich das Risiko, dass die Waffenlieferungen im konkreten Fall
dazu führen werden, dass eine regionale Gruppe innerhalb des Iraks aufgerüstet wird,
die diese Waffen wiederum gegen den irakischen Staat oder einen anderen Staat
richten kann. Zudem verteilen sich Kleinwaffen in Krisenregionen besonders schnell
und können in falschen Händen Konflikte auslösen oder verschlimmern. Denn gerade
in dem Konflikt wird immer offensichtlicher, dass IS amerikanische Beutewaffen mit
höchster Wirkungsfähigkeit einsetzen. Es ist daher darauf hinzuwirken, die Verbreitung
von Kleinwaffen und anderen Waffen zu stoppen. Die Konsequenzen von
Waffenexporten in Krisengebiete im Allgemeinen und im konkreten Fall wiegen meines
Erachtens so schwer, dass ich die Waffenlieferungen nicht unterstützen kann.
Meiner Auffassung nach muss die internationale Gemeinschaft in Krisensituationen
gemeinschaftlich agieren. Die Vereinten Nationen sind befugt und gefordert, bei
Gefährdung der internationalen Sicherheit über mögliche Maßnahmen zu entscheiden.
Sie sollten unterschiedliche Alternativen wie zum Beispiel Fluchtkorridore für die
Zivilbevölkerung in Erwägung ziehen. Die Nachbarstaaten, die den IS mit Waffen oder
Geld unterstützen, müssen von der internationalen Gemeinschaft zur Verantwortung
gezogen werden. Darüber hinaus muss sich die internationale Gemeinschaft fragen,
- 2 -wie der stete Zulauf zu radikal-islamischen Organisationen wie der ISIS langfristig
verhindert werden kann. Friedenspolitik kennt keine einfachen Antworten. Das
bedeutet jedoch nicht, dass es keine Alternativen zum derzeitigen Handeln gibt.
Hilde Mattheis, MdB

Koalition mobilisiert Milliarden Euro für Bildung und Wissenschaft

Anlässlich der Verständigung der Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD auf die Verteilung der im Koalitionsvertrag vereinbarten 9 Mrd. Euro für Bildung erklärt die Ulmer Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis:

"Insgesamt neun Milliarden Euro wird der Bund zusätzlich in dieser Legislaturperiode für die Finanzierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung  aufwenden. Damit setzt der Bund gerade in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte ein wichtiges Signal. Auch Ulm als Hochschulstadt wird davon wesentlich profitieren." , betont Mattheis.

Bildung und Wissenschaft brauchen verlässliche Perspektiven. Deshalb hat die SPD sich dafür eingesetzt, dauerhaft die Bildungs- und Wissenschaftsfinanzierung zu verbessern und Planungssicherheit zu schaffen. Mit der Einigung konnte dieses Ziel nun mit drei Schritten erreicht werden:

Durch die Übernahme der BAföG- Kosten durch den Bund gewinnen die Länder Spielräume für Investitionen in Schulen und Hochschulen von jährlich rd. 1,17 Mrd. Euro und zwar dauerhaft und schon 2015. Die SPD wird dies nutzen und eine substanzielle BAföG- Erhöhung durchsetzen.

Zweitens schaffen wir auch für Hochschulen mehr Planungssicherheit, weil sie der Bund künftig auch institutionell fördern kann. Damit entstehen neue Kooperationsmöglichkeiten im Wissenschaftsbereich, die dringend gebraucht werden. Hierüber setzen wir den von der SPD geforderten Einstieg des Bundes in eine bessere Grundfinanzierung der Hochschulen durch. Es ist bedauerlich, dass die Union weiterhin am Kooperationsverbot im Schulbereich festhält.

Drittens schließlich sichern wir Planbarkeit und Verlässlichkeit durch die Fortsetzung der drei Bund- Länder- Programme Hochschulpakt, Exzellenzinitiative und Pakt für Forschung und Innovation. Die Fortsetzung des Hochschulpaktes von Bund und Ländern stellt sicher, dass auch weiterhin all diejenigen, die ein Studium aufnehmen wollen, auch die gleiche Chance auf einen Studienplatz haben.

Mit der Einigung hat diese Koalition für die Bildung und Wissenschaft strukturell und langfristig bereits jetzt viel erreicht. Heute war ein guter Tag für Bildung und Wissenschaft in Deutschland.

 
 

Pflegereform

Zum heutigen Kabinettsbeschluss zur Umsetzung der ersten Stufe der Pflegereform erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD- Fraktion und Ulmer Abgeordnete Hilde Mattheis:

Für die derzeit etwa 3000 Pflegebedürftigen Menschen in Ulm und über 4000 Pflegebedürftige im Alb- Donau Kreis werden die einzelnen Leistungen der Pflegeversicherung im Vorgriff auf den Neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ausgebaut. Die geplanten Leistungsverbesserungen werden direkt bei den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ankommen.

Insbesondere von der Erhöhung des Anteils der Betreuungskräfte in stationären Einrichtungen auf einen Schlüssel von 1:20 werden die derzeit etwa 2000 Menschen in Ulm und dem Alb- Donau- Kreis profitieren, die sich derzeit in den stationären Einrichtungen finden. Neben dem Ausbau der Betreuungsleistungen, die bereits dem Neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff vorgreifen, werden wir spürbare Leistungsverbesserungen für kognitiv als auch körperlich beeinträchtigte Pflegebedürftige umsetzen.

Dazu gehören der Ausbau und die Flexibilisierung der Kurzeit- und Verhinderungspflege sowie der Tages- und Nachtpflege, die Dynamisierung der Pflegeleistungen oder der Ausbau von Zuschüssen für Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen. Darüber hinaus wird der Neue Pflegebedürftigkeitsbegriff auf seine Umsetzbarkeit hin erprobt und wissenschaftlich ausgewertet. Seine Einführung muss auf dieser Grundlage - wie im Koalitionsvertrag festgelegt - so schnell wie möglich erfolgen.

 

Dank und Glückwunsch

Vielen Dank an alle für den tollen Wahlkampf den wir hinter uns haben.

Allen Dank, die auf einer Liste (Kreistag, Gemeinderat, Ortschaftsrat) kandidiert haben und Glückwunsch allen, die gewählt wurden.

Heidi Ankner

Hilde Mattheis News

Liebe Genossinnen und Genossen,
bei den gestrigen Europawahlen lassen sich auf Bundesebene
erfreuliche Stimmzuwächse für die SPD verzeichnen. Im Vergleich zu
2009 konnten wir um 6,5 Prozentpunkte auf 27,3 Prozent zulegen – so
stark wie noch nie bei einer bundesweitenWahl.
Aus Deutschland werden 27 SPD-Abgeordnete ins EP einziehen. Uns in
Baden-Württemberg werden wie bisher Evelyne Gebhardt und Peter
Simon vertreten.
Das Wahlergebnis bietet aber auch Anlass zur Sorge. So konnte die AfD
aus dem Stand 7 Prozent der Stimmen erlangen. Beunruhigend sind die
Ergebnisse der europafeindlichen UKIP in Großbritannien und des
rechtsextremen Front National, die mit 27 Prozent (UKIP) bzw. 26.
Prozent (FN) jeweils stärkste Kraft in ihrem Land geworden sind.
Auch in Baden-Württemberg konnte die SPD ihr Ergebnis bei den
Europawahlen im Vergleich zur letzten Wahl um 4,9 Prozent verbessern.
In Ulm haben wir landesweit das viertbeste SPD-Ergebnis und auch im
Alb-Donau-Kreis gab es Zuwächse von 5,1 Prozent. Die Wahlergebnisse
für die Kommunalwahlen liegen noch nicht komplett vor, auch hier
hoffen wir auf gute Ergebnisse und Stimmenzuwächse.
Einige Übersichten über dieWahlergebnisse findet ihr im Anhang.
Rückblick auf die letzte Sitzungswoche:
65-jähriges Bestehen des Grundgesetzes: Anlässlich des 65. Jahrestages
des Inkrafttretens des Grundgesetzes sprach der Schriftsteller Dr. Navid
Kermani im Bundestag. In seiner eindrucksvollen Rede mahnte er u.a.
an: „Und es wirft dann vielleicht doch kein so günstiges Licht auf das
heutige Deutschland, wenn…Deutschland von neun Millionen Syrern,
die im Bürgerkrieg ihre Heimat verloren haben, gerade mal zehntausend
aufnimmt.“ Darauf folgend hat er dem Parlament die „Entstellung des
Artikels 16a“ vor Augen geführt. Eine bemerkenswerte Rede!
Rolle rückwärts in der Asylpolitik: Bundesinnenminister Thomas de
Maizière hat Mitte Mai einen Gesetzesentwurf zur Neubewertung des
Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung von Asylsuchenden
vorgelegt. Dieser Entwurf hat es in sich: Nicht nur, dass das
Innenministerium hinter viele von der SPD geforderten Vereinbarungen
aus dem Koalitionsvertrag zurückfällt, es geht dann auch noch bei allen
Unionsforderungen weit über die vertraglich vereinbarten Festlegungen
hinaus. Konkret will de Maizière Möglichkeiten zur Inhaftierung
Asylsuchender massiv ausweiten und abgelehnten AsylbewerberInnen
(aber nicht nur diesen) eine nochmalige Einreise bzw. Aufenthalt in
Zusammen mit den durch und durch mangelhaften Formulierungen
zum Bleiberecht für Geduldete und zum Schutz für Opfer von
Menschenhandel ist der Entwurf eine große Rolle rückwärts in der
Asylpolitik. Das ist für die DL21 und die SPD inakzeptabel. Die
Äußerungen unserer Staatsministerin Aydan Özoğuz, die diesen
Entwurf im Tagesspiegel als eine „Wünsch dir was Liste der Union“
betitelte, sind daher zu begrüßen. Dieser Gesetzesentwurf muss an
vielen Stellen erheblich nachgebessert werden!
Doppelte Staatsbürgerschaft: Unser Ziel nicht aus den Augen
verlieren: Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, für Kinder
ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren und aufgewachsen
sind, die Optionspflicht abzuschaffen und ihre Mehrstaatlichkeit zu
akzeptieren. Ein erster Vorschlag aus dem Hause des Innenministers
sorgte zu Recht für Empörung. Nun liegt eine Lösung vor, die der
Innenminister selber als vernünftig und praxistauglich bezeichnet: In
Deutschland ist nach dem Gesetz aufgewachsen, wer acht Jahre hier
gelebt hat oder sechs Jahre hier eine Schule besucht hat oder wer in
Deutschland eine Schule oder eine Berufsausbildung abgeschlossen
hat. Zudem wird es eine Härtefallklausel geben. Das sind Schritte in die
richtige Richtung. Für die Zukunft sollte es jedoch unser Ziel bleiben,
dass alle in Deutschland geborenen Kinder von der Optionspflicht
befreit werden. Nur so kann in Deutschland eine Kultur geschaffen
werden, in der sich alle Menschen hier willkommen fühlen.
Mehr Transparenz bei Rüstungsexporten ist überfällig: Am Donnerstag
fand auf Antrag der Linksfraktion eine Aktuelle Stunde zum Thema
Rüstungsexporte statt. Dem vorangegangen war eine Anfrage an die
Bundesregierung zur Entwicklung der Rüstungsexporte von Januar bis
April 2014. Laut Antwort des Wirtschaftsministeriums sank zwar der
Gesamtwert der genehmigten Ausfuhren im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 23 Prozent. Dafür ist aber der Anteil von
Exporten in Drittstaaten wie etwa Singapur oder Saudi Arabien massiv
angestiegen. Bundeswirtschaftsminister Gabriel erklärte, es handele
sich um Genehmigungen, die von schwarz-gelb erteilt worden seien.
Umstritten ist vor allem, inwiefern die Voranfragen, die von der
schwarz-gelben Regierung positiv beantwortet wurden, für die aktuelle
Regierung bindend sind. Diese Anfragen sind offensichtlich rechtlich
verbindlich – anders als von Bundesinnenminister de Maizière
behauptet. Die Genehmigung für eine Voranfrage kann nur
zurückgezogen werden, wenn sich die politische Lage im
entsprechenden Land ändert. Selbst nach Einschätzung kritischer
Wissenschaftler hätten Rüstungskonzerne erfolgreich klagen können,
wenn die Genehmigung für die Voranfrage zurückgezogen worden
wäre.
Die Diskussion zeigt, wie wichtig es ist, im Vorfeld von Entscheidungen
– auch über Voranfragen – für Transparenz zu sorgen. Der Bundestag
muss bereits über Voranfragen informiert werden. Aktuell sollen dem
Parlament nur endgültige Entscheidungen des Bundessicherheitsrates
vorgelegt werden. Das reicht aber nicht aus. Der Bundessicherheitsrat
befasst sich nämlich nur mit 80 bis 100 von insgesamt 16.000
Ausfuhrgenehmigungen im Jahr. Wenn das Parlament bereits über
Rüstungsexporte debattieren würde, bevor darüber entschieden wird,
könnte das dazu führen, dass Regierungen bei der Erteilung dieser
Genehmigungen vorsichtiger agieren würden.
In der aktuellen Stunde erklärten einige RednerInnen auch wieder,
Rüstungsexporte seien für die Sicherung von Arbeitsplätzen nötig. Dies
widerspricht jedoch den „Politischen Grundsätzen der
Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen
Rüstungsgütern“, die von der rot-grünen Bundesregierung im Jahr
2000 verabschiedet wurden. Darin heißt es, dass
„beschäftigungspolitische Gründe […] keine ausschlaggebende Rolle“
für die Ausfuhrgenehmigung spielen dürfen.
Das Rentenpaket ist nur der erste Schritt: Am letzten Freitag ist das
erste Rentenpaket beschlossen worden. Es ist es ein erfreulicher
Schritt, dass wir nun die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren
(aufbauend bis 65) durchgesetzt haben. Auch Verbesserungen in der
Erwerbsminderungs-rente sind ebenso begrüßenswert, wie die
Erhöhung des Reha-Budgets. Die Ausweitung der Mütterrente schließt
sicherlich eine Gerechtigkeits-lücke – allerdings sollte diese als
gesamtgesellschaftliche Aufgabe perspektivisch aus Steuermitteln und
nicht aus Beiträgen zu finanziert werden.
Eure

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